Ostbeauftragte Gleicke: Strukturschwache Regionen benötigen individuelle Lösungen.

Podiumsdiskussion: „Der Demografische Wandel als Chance“ am 19. Oktober in Geisa (Thüringen)

Roswitha Weitz, Rainhard Krebs, Iris Gleicke, Andreas Postel, Wolfgang Tiefensee, Dr. Michael Koch.; Quelle: Deutsche Gesellschaft
Roswitha Weitz, Rainhard Krebs, Iris Gleicke, Andreas Postel, Wolfgang Tiefensee, Dr. Michael Koch.
© Quelle: Deutsche Gesellschaft
Roswitha Weitz, Rainhard Krebs, Iris Gleicke, Andreas Postel, Wolfgang Tiefensee, Dr. Michael Koch.

Am geschichtsträchtigen Ort „Point Alpha“ im thüringischen Geisa diskutierten die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer Iris Gleicke, der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft des Freistaats Thüringen Wolfgang Tiefensee, die Landräte des Wartburgkreises und des Landkreises Hersfeld-Rotenburg Reinhard Krebs und Dr. Michael Koch und die Geschäftsführerin des Thüringer Netzwerkes Demografie Roswitha Weitz über die Konsequenzen des demografischen Wandels. Die Gesellschaft in Deutschland wird älter und schrumpft. Gerade in ländlichen Regionen führt dies zu tiefgreifenden Veränderungen.

Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur sind nicht neu, eröffnete Iris Gleicke die Diskussion. Und sie waren auch schon zu Zeiten der DDR bekannt. Das eine Modell zum Umgang mit dem Wandel gebe es nicht. Für strukturschwache Regionen müssten kreative Lösungen gefunden werden, um den unterschiedlichen Ansätzen und den jeweiligen  regionalen Strukturen Rechnung zu tragen.

Auch die aktuellen Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen war mit unterschiedlicher Bewertung Thema. Einigkeit bestand, dass der Zuzug auch viele Chancen bietet. Während in dem ostdeutschen Kreis bei der Aufnahme und Integration Schwierigkeiten gesehen wurden, konnten im westdeutschen Landkreis kaum Probleme ausgemacht werden. Die Integration von Ausländern sei in den westdeutschen Bundesländern offenbar einfacher, da man bereits jahrzehntelange Erfahrung habe.

Als entscheidender Standortfaktor für die weitere Entwicklung in Ostdeutschland wurde einhellig die Infrastruktur ausgemacht. Eine adäquate Breitbandverbindung sei mindestens so wichtig wie der Anschluss an das Bahn- und Autobahnnetz. Wolfgang Tiefensee stimmte dem uneingeschränkt zu, gab aber zu bedenken, dass die Finanzierung des Breitbandausbaus seitens des Landes Thüringen bisher nicht ausreichend gesichert sei. Der Ausbau könne im Land deshalb nur Schritt für Schritt vorangetrieben werden.

„Das Stichwort Industrie 4.0 ist ein zu enger Begriff. Gesellschaft 4.0 passt viel besser, da wir in allen Bereichen auf Veränderungen reagieren müssen“, resümierte die Ostbeauftragte schließlich die Herausforderungen der Digitalisierung für ländliche Regionen.

Ebenfalls müsse die medizinische Versorgung auf dem Land gesichert werden. Der Wartburgkreis habe da mit zwei Hauptzentren und zehn Filialen im ganzen Kreis sehr gute Erfahrungen gemacht, berichtete Landrat Krebs.

Insgesamt blickten alle Beteiligten trotz der bestehenden Herausforderungen positiv in die Zukunft. Man lerne voneinander und bilde regionale Allianzen, um besser auf die Herausforderungen reagieren zu können.

Die Podiumsdiskussion war eine Kooperationsveranstaltung der  Deutschen Gesellschaft e. V. und der Point Alpha Stiftung mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.

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