Arbeitsmarkt, Ausbildung und Fachkräftesicherung

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren in den neuen Ländern erfreulich entwickelt.

Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit auf einen historischen Tiefstand gesunken und hat etwas stärker abgenommen als in Westdeutschland. Dies bewirkte auch einen weiteren Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2013 in Ostdeutschland im Jahresdurchschnitt mit 10,3 % aber weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau im Vergleich  zu den westdeutschen Ländern mit 6,0 %. In den vergangenen acht Jahren ist die Beschäftigung in den neuen Ländern kontinuierlich gestiegen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich auch in einer anhaltend hohen Einstellungsbereitschaft der Betriebe nieder. Gleichzeitig ist es schwieriger geworden, freie Fachkräftestellen zu besetzen. Insbesondere in Betrieben mit älteren Belegschaften stellt sich die Frage, wie sie die altersbedingt entstehenden Vakanzen mit qualifizierten Arbeitskräften nachbesetzen können. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist hier in besonderem Maße Ostdeutschland betroffen.

Angleichung der Einkommen

Für Angestellte des Öffentlichen Dienstes in Ostdeutschland gelten seit 2008 gleiche Verdienste wie in den alten Bundesländern. Damit ist im öffentlichen Sektor bis auf wenige Ausnahmen eine Angleichung vollzogen. Merkliche Unterschiede in der Bezahlung zwischen Ost und West existieren in der privaten Wirtschaft. Hier werden im Schnitt knapp 79 Prozent der westdeutschen Durchschnittsverdienste erreicht. Die höchsten Löhne werden in Betrieben erzielt, in denen 250 und mehr Beschäftigte arbeiten. In solchen Betrieben liegt die Angleichungsquote bei 85 Prozent. Allerdings ist auch festzustellen, dass von größeren Unternehmen und in Branchen mit hoher Tarifbindung schon seit einiger Zeit Löhne und Gehälter gezahlt werden, die nahe oder ganz auf Westniveau liegen, etwa in der Chemiebranche. Ausschlaggebend dafür ist, dass Fachkräfte nur mit attraktiven Löhnen gewonnen und gehalten werden.

Aktivitäten des Beauftragten zur Unterstützung der Fachkräftesicherung und zur Sicherung des qualifizierten Nachwuchses

Die Sicherung von Fachkräften gewinnt in den neuen Ländern zunehmend an Bedeutung. In einzelnen Regionen und Branchen sind bereits heute Engpässe spürbar und zukünftig absehbar. Auch wenn derzeit weder in Ostdeutschland noch in Deutschland insgesamt ein flächendeckender Fachkräftemangel vorliegt, ist in den kommenden Jahren mit einer Zuspitzung zu rechnen. Ursache hierfür ist der Geburteneinbruch und die starke Abwanderung nach der Wiedervereinigung. Beide Faktoren führen dazu, dass sich der demografisch bedingte Rückgang an Arbeitskräften in den ostdeutschen Ländern schon früher und auch erheblich stärker niederschlagen wird als im westlichen Bundesgebiet.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer unterstützt die neuen Länder bei der Fachkräftesicherung und bei der Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials auf der regionalen Ebene. Mit dem Projekt "Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ostdeutschland" wurden Kooperationen mit der Wirtschaft angestoßen sowie Modellprojekte zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Familie unterstützt.

Aktuell laufende Initiativen bzw. Programme sind das Projekt „Jugend im Blick - Regionale Bewältigung demografischer Entwicklung“ und das Vorhaben "Study and Work".

Außerdem unterstützt die Beauftragte das Institut für Arbeitsmarktforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) bei dessen Auswertung des Betriebspanels in Ostdeutschland. Ziel des Panels ist es, aktuelle repräsentative Daten über die Beschäftigungsentwicklung und den Fachkräftebedarf sowie Informationen über ausgewählte wirtschaftliche Kennziffern der Betriebe und Unternehmen Ostdeutschlands zu erhalten.

Weitergehende Informationen zu den laufenden und vor kurzem abgeschlossenen Initiativen sowie zu Programmen finden Sie auf dieser Website.

Weiterführende Informationen

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