Abschlusstagung zum Programm "Familie in der Hochschule"

Unter dem Motto "Familie willkommen!" fand am 21. und 22. November 2012 die Abschlusstagung des Programms "Familie in der Hochschule" statt.

Unter dem Motto "Familie willkommen!" fand am 21. und 22. November 2012 die Abschlusstagung des Programms "Familie in der Hochschule" statt.
Die zweitägige Veranstaltung bot den rund 200 Teilnehmenden ein buntes und interaktives Programm: Expertenbeiträge und Diskussionen aus Wissenschaft und Politik, eine Ausstellung mit praxisnahen Handreichungen, innovative Formate wie z. B. eine Theatermethode für Führungskräfte und verschiedene Kurzfilme.

Im Mittelpunkt stand die Präsentation der Ergebnisse zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium bzw. wissenschaftlicher Karriere und Familie, welche die Hochschulen in den vergangenen zwei Jahren im Best Practice Club "Familie in der Hochschule" erarbeitet haben.
Es wurden vielfältige und innovative Ansätze und Werkzeuge entwickelt, mit denen sie ihren Studierenden und Mitarbeitern praxisorientierte Hilfestellungen für fast jede Familienlage bieten und die zur Übertragung auf weitere Hochschulen geeignet sind.

Staatssekretär Martin Gorholt aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg begrüßte die Teilnehmenden als Hausherr in der Fachhochschule Potsdam. Sie ist eine der zwölf Hochschulen des Programms und Mitveranstalter der Tagung.

In ihrem Einführungsvortrag richtete Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance das Augenmerk auf die partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit und die Notwendigkeit, gesellschaftliche Rollenvorstellungen aufzubrechen. Hier habe die Unterstützung durch Führungskräfte einen großen Einfluss.

Das Thema der familienfreundlichen Führungskultur wurde mit der Vorstellung einer Plakataktion durch Prof. Dr. Micha Teuscher, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz erneut aufgegriffen: Hochschulleitungen übernehmen hier öffentlichkeitswirksam Verantwortung für die familiengerechte Ausrichtung ihrer Hochschule.

Die Vertreter der Förderer des Programms, Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung und Prof. Dr. Frank Ziegele, Geschäftsführer des Centrum für Hochschulentwicklung machten deutlich, dass angesichts des demografischen Wandels mit einer schrumpfenden und älter werdenden Gesellschaft sowohl Kinder als auch Fachkräfte benötigt werden. Deshalb dürften junge Menschen nicht vor die Wahl Kinder oder Studium gestellt werden. Gerade in Ostdeutschland spielen Hochschulen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen,  eine Schlüsselrolle, denn sie ziehen gut ausgebildete junge Menschen an und bilden den Fachkräftenachwuchs von morgen aus.

Christine Lüders berichtete aus ihrer Arbeit als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und gab einen Ausblick auf erste Ergebnisse aus dem gerade abgeschlossenen Projekt "Diskriminierungsfreie Hochschule".

Prof. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Elke Heitmüller, Leiterin der Frauenförderung der Volkswagen AG und Prof. Dr. Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks diskutierten mit weiteren Podiumsteilnehmern die Frage, welche Rahmenbedingungen in Politik, Wirtschaft und an Hochschulen möglich und nötig sind.

Am zweiten Tag rückte Prof. Dr. Cornelia Helfferich von der Evangelischen Hochschule Freiburg die Schwierigkeiten und Bedürfnisse von studierenden Eltern in den Blickpunkt. Die anwesenden Hochschulleitungen diskutierten anschließend gemeinsam mit Studierenden mit Kind über deren Erfahrungen und geeignete Lösungsansätze.

Das Programm "Familie in der Hochschule" verfolgt das Ziel, deutsche Hochschulen insgesamt familienfreundlicher zu gestalten. Im Best Practice-Club "Familie in der Hochschule" arbeiten seit 2007 deutschlandweit Hochschulen an der Verbesserung ihrer Familienorientierung und am hochschulübergreifenden Austausch und Transfer ihrer Erkenntnisse und Erfahrungen. Initiatoren und Förderer des Programms sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer im Bundesinnenministerium, die Robert Bosch Stiftung sowie das CHE-Centrum für Hochschulentwicklung.