Pressemitteilung
10.11.2017

Ostbeauftragte Gleicke zum Erfolg von schnell wachsenden Mittelständlern im Osten: „Zarte Pflänzchen mit großem Potenzial für strukturschwache Regionen“

Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum wird heute die Studie „Unternehmerische Wachstumsstrategien in den ostdeutschen Bundesländern“ vorgestellt.

Fliesenleger bei der Arbeit zum Thema Mittelstand in Ostdeutschland
© iStock.com/gilaxia

Ihr wichtigstes Ergebnis: Allen widrigen Umständen zum Trotz gibt es in Ostdeutschland wachstumsstarke Mittelständler, die schnell wachsen und auf deren Konto zwischen 2010 und 2016 fast die Hälfte (47 Prozent) aller neu geschaffenen Arbeitsplätze im privaten Sektor gehen.

Hierzu erklärt die Staatssekretärin und Ostbeauftragte Iris Gleicke: „Die strukturellen Voraussetzungen für unternehmerischen Erfolg sind in Ostdeutschland bekanntlich nach wie vor schwierig, nicht zuletzt aufgrund der Kleinteiligkeit der dortigen Wirtschaft. Trotzdem sorgen auch im Osten schnell wachsende Mittelständler für Wachstum, Arbeitsplätze und Perspektiven. Und ihr Erfolg ist keine Zauberei, er liegt vor allem in einer gut geplanten und durchdachten Unternehmensstrategie.“

In diesem Sinne steht Ostdeutschland für Gleicke tatsächlich erst am Anfang einer Entwicklung, die zu wirklicher Hoffnung berechtigt und mit Blick auf die Einlösung des Versprechens gleichwertiger Lebensverhältnisse von größter Bedeutung ist. Wachstumsstarke kleine und mittlere Unternehmen finden sich in allen Branchen. Sie bieten interessante Perspektiven für strukturschwache Regionen. „Das macht Mut, aber das kann und darf nicht über die fortbestehenden Strukturschwächen Ostdeutschlands hinwegtäuschen. Wir haben es hier nicht mit einer starken, selbsttragenden Struktur zu tun, die man getrost sich selbst überlassen dürfte, sondern mit einem zarten Pflänzchen, das gewissenhafter Pflege und Zuwendung bedarf. Der noch immer strukturschwache Osten braucht deshalb gezielte Förderung über das Auslaufen des Solidarpakts II im Jahr 2019 hinaus. So, wie auch die strukturschwachen Regionen im Westen gefördert werden müssen.“

Die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung von Ramboll Management Consulting in Zusammenarbeit mit dem ifo-Institut Dresden und der Unternehmensdatenbank von Creditreform zeigt, dass es in Ostdeutschland eine durchaus beachtliche Anzahl wachstumsintensiver Unternehmen gibt. Rund 3.200 Unternehmen oder 7,7 Prozent aller Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten wachsen jährlich um mindestens 10 Prozent über einen Zeitraum von sechs Jahren (kumuliert mindestens 77,2 Prozent Beschäftigungszuwachs im Zeitraum von 2010 bis 2016).
Knapp 30 Prozent dieser schnell wachsenden Unternehmen sind gleichzeitig sogenannte „Gazellen-Unternehmen“. Darunter versteht man Unternehmen mit einem Beschäftigungswachstum von mindestens 20 Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren (mindestens 72,8 Prozent Beschäftigungszuwachs im Zeitraum von 2013 bis 2016). Schnell wachsende Unternehmen hatten 2016 zudem im Durchschnitt eine bessere Bonität als Unternehmen ohne schnelles Wachstum.

Eine vertiefte Untersuchung der unternehmerischen Entwicklung zeigt, dass solche Wachstumserfolge insbesondere auf individuellen Unternehmensstrategien beruhen, wobei ein ausgeprägter „Wachstumswille“ und kontinuierliche Innovationen von besonderer Bedeutung sind.

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