Pressemitteilung
09.12.2016

Ostbeauftragte Gleicke legt Studie zur Heimerziehung in der DDR vor

Iris Gleicke hat heute die Ergebnisse der Studie zur Zwangsarbeit in den Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe mit den Betroffenen diskutiert und die Fortsetzung der systematischen Aufarbeitung des DDR-Unrechts angekündigt. 

Kind vor Wasser symbolisiert DDR-Heimkinder; Quelle: istockphoto.com/Stacey Newman
© istockphoto.com/Stacey Newman

Iris Gleicke, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, hat heute anlässlich der Fachtagung „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR. Erfolge, Herausforderungen und Fragen“ des Deutschen Instituts für Heimerziehungsforschung die Ergebnisse der Studie zur Zwangsarbeit in den Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe mit den Betroffenen diskutiert und die Fortsetzung der systematischen Aufarbeitung des DDR-Unrechts angekündigt. 

Iris Gleicke: „In der Kindheit erlittenes Unrecht wiegt besonders schwer, denn frühe Erfahrungen prägen den Rest des Lebens. Die Studie belegt, dass die Arbeit von Jugendlichen in Werkhöfen und Durchgangseinrichtungen weit über das Vertretbare hinausging. Jugendliche wurden aus wirtschaftlichen Gründen übel ausgebeutet, berufliche und persönliche Chancen wurden verbaut und Lebensträume zerstört.“ 

Gleicke wünscht sich, dass die Erkenntnisse der Studie dieses Thema weiter ins öffentliche Bewusstsein rücken: „Wir müssen die Sprachlosigkeit überwinden und verstehen, wie die Mechanismen funktionieren, die zu solchem Unrecht geführt haben. Wir müssen uns aber auch bewusst machen, was eine solche Behandlung bei den Betroffenen anrichtet. Denn nur dann können wir beurteilen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um eine humane Jugendhilfe dauerhaft zu sichern.“ Gleicke unterstrich, dass die weitere systematische Auseinandersetzung mit dem in der DDR erlittenen Unrecht für sie ein zentrales politisches Anliegen sei. Verbliebene Lücken bei der Aufarbeitung müssten geschlossen werden. „Das gilt zum Beispiel auch für das Thema Zwangsadoption“, betonte die Ostbeauftragte.

Die Zusammenfassung der Studie können Sie hier abrufen