Pressemitteilung
11.07.2016

Ostbeauftragte Gleicke lässt Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt untersuchen

Iris Gleicke, hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt zu untersuchen. Auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ist vor allem in Ostdeutschland die Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt umstritten.

Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie; Quelle: BMWi/Susanne Eriksson
Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie
© Quelle: BMWi/Susanne Eriksson
Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt zu untersuchen. Auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ist vor allem in Ostdeutschland die Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt umstritten. Die Sicht hängt dabei sehr oft vom konkreten, persönlichen Erleben ab. Die meisten Ostdeutschen haben im Zuge des Transformationsprozesses ihre direkten oder indirekten Erfahrungen mit der Treuhandanstalt gemacht.

Iris Gleicke: "Ich habe immer wieder erlebt, wie auch betont sachliche Aussagen zur Treuhandanstalt höchst emotionale Reaktionen hervorriefen. Die einen empfinden die Arbeit der Treuhand als falsch oder unzureichend oder überhaupt nicht gewürdigt, die anderen machen die Treuhand für die damals erlittene Arbeitslosigkeit, für zahlreiche falsche Weichenstellungen oder gleich komplett für die Deindustrialisierung des Ostens verantwortlich. All das zeigt, wie sehr die Arbeit der Treuhandanstalt viele Menschen nach wie vor bewegt. Die Erfahrungen mit der Privatisierungspolitik der Treuhand prägen bei vielen auch die Sicht auf die aktuelle Situation in Ostdeutschland. Es ist mir daher wichtig, die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Treuhandanstalt einmal gleichberechtigt nebeneinanderstellen und untersuchen zu lassen, welche Faktoren hierfür maßgeblich sind. Das Forschungsvorhaben soll zu einer Versachlichung der immer wieder aufflammenden, kontroversen und in Teilen sehr emotionalen Debatte beitragen."

Die Studie wird unter der Leitung von Prof. Dr. Constantin Goschler von der Ruhr-Universität Bochum erarbeitet. Dabei sollen sowohl die Erfahrungen und Einschätzungen ehemaliger Mitarbeiter der Treuhandanstalt als auch Einschätzungen der auf Seiten der Unternehmen an der Privatisierung Beteiligten und auch der Mitarbeiter der ehemals volkseigenen Betriebe einbezogen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden voraussichtlich im Sommer 2017 vorliegen.