Meldung
18.05.2017

Studie „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“

Auf Einladung der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke, ist heute die Studie „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland – Ursachen, Hintergründe, regionale Kontextfaktoren“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Cover der Publikation Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung unter der Leitung von Professor Dr. Franz Walter hat die Studie in ihrem Auftrag erstellt.

Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind eine ernste Bedrohung. Eine einfache Erklärung gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Es gilt deshalb, mögliche Ursachen aufzudecken und offenzulegen, um so zu verstehen, was in Ostdeutschland geschieht, und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Deshalb hat Frau Gleicke im letzten Jahr das Göttinger Institut für Demokratieforschung mit einer Studie zu den Ursachen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland beauftragt. Insbesondere die Zusammenhänge auf regionaler Ebene sind bisher noch nicht hinreichend untersucht worden. Ein Schwerpunkt der Untersuchung lag deshalb auf der Analyse regionaler Prozesse und Besonderheiten in Ostdeutschland. 

Die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchung sind sehr bemerkenswert. Die Forscher kommen zu folgendem Befund:

  • DEN Rechtsextremismus in Ostdeutschland gibt es nicht!
  • Rechtsextremismus ist demnach nicht allein ein Ost-West-Problem, sondern auch ein Stadt-Land-Problem, das befördert werden kann durch spezifische regionale Faktoren, die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind als im Westen.
  • Es gibt offenbar, nicht in ganz Ostdeutschland, aber schon in gewissen Regionen, eine historisch gewachsene Neigung zu Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremen Denken.
  • Die Studie hat bestätigt, dass die Lokalpolitik und das Verhalten der regionalen Behörden von großer Bedeutung sind. Von ihrem Verhalten hängt – sowohl positiv wie auch negativ - sehr viel ab.
  • Sozusagen als eine Art Fazit der Untersuchung lässt sich feststellen:

    Die Lösung liegt vor Ort!

Um aus den Ergebnissen jetzt konkrete Schlussfolgerungen zu ziehen, laufen im Auftrag von Frau Gleicke derzeit Gespräche mit den Autoren der Studie mit dem Ziel, basierend auf den Ergebnissen ihrer Untersuchung in einer Art von ‚Best Practice‘ positive Beispiele für einen erfolgreichen regionalen Kampf gegen Rechtsextremismus in Ostdeutschland aufzuzeigen und darzulegen, was dabei jeweils die Erfolgsfaktoren sind.

Stellungnahme der Ostbeauftragten Gleicke zu den erhobenen Vorwürfen zur Rechtsextremismus-Studie vom 24. Mai 2017

Aufgrund von Mängeln, die das Göttinger Instituts nicht entkräften konnte, hat sich die Ostbeauftragte Iris Gleicke am 26. Juli 2017 von der Studie distanziert. Sie wurde daher von der Homepage entfernt.