Meldung
18.12.2015

Auftakttagung zur Initiative „Study & Work - Regionale Netzwerke zur Bindung von internationalen Studierenden“ fand große Resonanz

Am 9. Dezember 2015 fand die Auftakttagung zur Initiative „Study & Work - Regionale Netzwerke zur Bindung von internationalen Studierenden“ im Berliner Allianzforum statt. Aus verschiedenen Perspektiven wurden Fragen zur Internationalisierung der Hochschulen, der Fachkräftegewinnung, zur Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und zu Themen und Konzepten rund um gesellschaftspolitische Aspekte der Integration von internationalen Studierenden in Deutschland diskutiert.

Prof. Dr. Andreas Schlüter, Ostbeauftragte und Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke,  Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin, Prof. Dr. Michael Hüther (v.l.n.r.); Quelle: © Stifterverband/Außerhofer
Prof. Dr. Andreas Schlüter, Ostbeauftragte und Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke, Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin, Prof. Dr. Michael Hüther (v.l.n.r.)
© Quelle: Stifterverband/Außerhofer
Prof. Dr. Andreas Schlüter, Ostbeauftragte und Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke,  Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin, Prof. Dr. Michael Hüther (v.l.n.r.)

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke: „Wir möchten Konzepte unterstützen, die internationalen Studentinnen und Studenten deutscher Hochschulen frühzeitig berufliche Perspektiven in der Region aufzeigen und sie beim Einstieg in den Beruf unterstützen. Die große Resonanz ist ein deutliches Zeichen, dass hier ein Nerv getroffen wurde.“

Die wachsende Zahl internationaler Studierender an deutschen Hochschulen ist Ausdruck zunehmender Bildungsmobilität und trägt spürbar zur Vielfalt der Gesellschaft bei. Viele von ihnen können sich gut vorstellen, nach ihrem Abschluss zeitweise oder auch langfristig in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Diese Entwicklung trifft zusammen mit einem anhaltend hohen Arbeitskräftebedarf deutscher Unternehmen.

Professor Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, betonte während der Veranstaltung: „Vielerorts kann bereits heute der spezifische Fachkräftebedarf nicht mehr adäquat gedeckt werden. Insbesondere in den Regionen, die besonders vom demografischen Wandel betroffen sind, kommt es in den nächsten Jahren entscheidend darauf an, zusätzliche Potenziale für den Arbeitsmarkt zu erschließen. Den Hochschulen kommt dabei eine tragende Rolle zu, da sie Anziehungspunkt und Ausbildungsstätte für junge, gut qualifizierte Menschen aus aller Welt sind, die nach Abschluss ihres Studiums in der regionalen Wirtschaft eine Berufstätigkeit aufnehmen könnten.“

„Study & Work ist deshalb Teil einer Strategie, die wir gerade in Ostdeutschland brauchen: Hier sind die Folgen des demografischen Wandels deutlich früher und dramatischer spürbar als im Westen.  Ursachen sind der Geburteneinbruch nach der Wiedervereinigung und die massive Abwanderung vieler junger und gut qualifizierter Leute infolge von Deindustrialisierung und Massenarbeitslosigkeit.“, so Gleicke.

Es gilt daher, das inländische Arbeitskräftepotenzial bestmöglich zu nutzen, aber auch attraktiver für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu werden und auf diese optimal einzugehen, sie auszubilden und zu integrieren.  Der Ausländeranteil in Ostdeutschland lag Ende 2014 mit insgesamt 2,8 % deutlich unter dem westdeutschen Schnitt von 11,2 %. Die Zahlen der internationalen Studierenden in Ostdeutschland steigen jedoch kontinuierlich und liegen in vielen Regionen auf westdeutschem Niveau.

Gerade für die neuen Länder liegen hier große Potenziale. Sich diese zunutze zu machen, bedarf aber auch besonderer Anstrengungen und Unterstützungsangebote.: „Die Hochschulen können diese Aufgabe sicherlich nicht ganz alleine stemmen.“, unterstrich Gleicke. „Wir haben daher beim Start von „Study & Work“ großen Wert darauf gelegt, dass alle relevanten Akteure vor Ort miteinbezogen sind. Herausgekommen ist ein bunter Strauß von Projekten, die viele spannende Ergebnisse erwarten lassen.“

„Mit den zehn geförderten Projekten möchten wir zeigen, dass die soziale und kulturelle Integration von Ausländern einer Willkommenskultur bedarf, die durch alle relevanten Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor Ort  getragen wird. Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Flüchtlingszahlen in Deutschland muss und wird das Thema Integration durch Bildung und die Zusammenarbeit der regionalen Partner deutlich an Bedeutung gewinnen.“, erklärte Schlüter.

Die gemeinsame Initiative "Study & Work" der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zielt auf eine verbesserte Zusammenarbeit aller relevanten Akteure in der Region mit dem Ziel, internationale Studierende erfolgreich durch das Studium zu führen, sie sozial und kulturell in die Gesellschaft zu integrieren und sie beim Berufseinstieg in der Region zu unterstützen. Zehn von einer Jury im Juli 2015 ausgewählte regionale Netzwerke aus Hochschulen, Akteuren der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, kommunalen Einrichtungen und anderen gesellschaftlichen Partnern werden gefördert, um gemeinsam neuartige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Die  zehn Projekte stellten sich und ihre Aktivitäten im Rahmen einer Ausstellung auf der Veranstaltung vor. Die vollständige Veranstaltungsdokumentation sowie Informationen zu den zehn Projekten finden Sie hier.