Meldung
29.05.2015

Die deutsche Wiedervereinigung als Inspiration für die Überwindung der Teilung auf der koreanischen Halbinsel - Die Ostbeauftragte wünscht Südkorea, dass die Wiedervereinigung auch für Korea näher rückt!

Deutsch Koreanisches Konsultationsgremium für Vereinigungsfragen

Aus Anlass der 5. Sitzung des Deutsch Koreanischen Konsultationsgremiums für Vereinigungsfragen besuchte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, in der Zeit vom 11. bis 15. Mai 2015 Seoul, die Hauptstadt Südkoreas. Die deutschen Mitglieder des Konsultationsgremiums sowie weitere Experten für Fragen der deutschen Wiedervereinigung und Deutschen Einheit begleiteten sie.

Iris Gleicke mit Organisatoren und Teilnehmern des Investorenfrühstücks
Iris Gleicke mit Organisatoren und Teilnehmern des Investorenfrühstücks
© GTaI
Iris Gleicke mit Organisatoren und Teilnehmern des Investorenfrühstücks

Die Tagung des Gremiums war geprägt von wichtigen Jahrestagen für Korea und Deutschland: In Korea wird in diesem Jahr des Endes des zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren und der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft gedacht. Das Ende des zweiten Weltkriegs markiert aber zugleich auch den Beginn der Teilung Koreas. Deutschland feiert in diesem Jahr den 25 Jahrestag der Wiedervereinigung. Aufgrund dieser Jahrestage tagte das Gremium am ersten Tag öffentlich. Vor hochkarätigen Gästen aus Politik und Wirtschaft wurden mögliche Strategien zur Verringerung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Unterschiede in den beiden koreanischen Staaten sowie vertrauensbildende Wege zur Annäherung Süd- und Nordkoreas behandelt.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bildete die Herstellung der Deutschen Einheit. Die Ostbeauftragte betonte die große Bedeutung des mutigen Einsatzes der DDR-Bevölkerung in der Friedlichen Revolution in der DDR 1989, die die Mauer zum Einsturz gebracht hatte und den Beginn zur Wiederherstellung der Deutschen Einheit einleitete. Der Ostbeauftragten war der Hinweis wichtig, dass die DDR nicht von der Bundesrepublik absorbiert worden sei. „Die Wiedervereinigung beruht vielmehr auf einer Entscheidung der aus den ersten freien Wahlen hervorgegangen 10. Volkskammer der DDR“, so Gleicke. Sie sprach zudem die Entspannungspolitik des Bundeskanzlers Willy Brandt in den 1970er Jahren an, die wesentliche Weichen für den Wiedervereinigungsprozess gestellt habe.

Iris Gleicke auf der 5. Sitzung des Deutsch Koreanischen Konsultationsgremiums
Iris Gleicke auf der 5. Sitzung des Deutsch Koreanischen Konsultationsgremiums
© Ministry of Unification, Korea

Fachvorträge befassten sich mit wirtschaftlichen und politischen Weichenstellungen des Einigungsprozesses. Vor diesem Hintergrund wurde diskutiert, ob - und wenn ja, welche - Erfahrungen aus dem Deutschen Einigungsprozess für eine koreanische Wiedervereinigung nutzbar gemacht werden können.

Am zweiten, nicht-öffentlichen Sitzungstag wurden die Themen der Aufarbeitung und Wiedergutmachung von Diktatur-Unrecht in der DDR behandelt. Auch hier stand im Vordergrund der Diskussion, wie sich die in Deutschland gemachten Erfahrungen im Falle einer koreanischen Wiedervereinigung nutzen lassen könnten.

Ein sogenanntes Investorenfrühstück bot der Ostbeauftragten Gelegenheit, zusammen mit der bundeseigenen Auslandsmarketinggesellschaft Germany Trade and Invest (GTaI) und der deutschen Auslandshandelskammer in Seoul für koreanische Investitionen in Ostdeutschland zu werben. Vor rund 60 hochrangigen Vertretern der koreanischen Wirtschaft wies sie auf Standortvorteile Ostdeutschlands hin. „Ostdeutschland ist ein hervorragender Investitionsstandort und verfügt über einmalige Standortvorteile wie eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur, moderne Logistik- und Kommunikationsnetze, ein hohes Maß an Rechtssicherheit, verbunden mit einer vergleichsweise geringen Bürokratie sowie einer für Kooperationen offenen Forschungslandschaft.“

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