Nachricht
22.10.2013

"Menschenrechtsverletzungen in DDR-Heimen. Ein Phänomen des Sozialismus?"

Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse und Kernaussagen des Forschungsprojektes "Vertiefte Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR" im Rahmen einer Fachtagung am 18. und 19. Oktober 2013 in Berlin.

Am 18. und 19. Oktober wurden die Ergebnisse und Kernaussagen des Ende 2012 vom Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer initiierten Forschungsprojektes auf einer interdisziplinär angelegten Fachtagung vorgestellt und diskutiert. Die aktuellen Forschungsergebnisse fördern die öffentliche Auseinandersetzung mit der DDR-Heimpädagogik als Teil der SED-Diktatur. Zugleich leisten sie einen Beitrag zur Anerkennung und Würdigung des Leids ehemaliger Betroffener.

Fast eine halbe Million Kinder und Jugendliche waren von 1949 bis 1989 in mehr als 700 Heimen der Jugendhilfe in der DDR untergebracht. Die Forschungsergebnisse bestätigen nun, dass Druck und Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen systematisch stattfanden und dabei ein spezielles, politisch-ideologisch geprägtes Profil aufwiesen. Mit repressiven, oft die Menschenrechte verletzenden Methoden der "Umerziehung" versuchte der SED-Staat, das Ideal des "sozialistischen Menschenbildes" durchzusetzen. Die bis heute anhaltenden traumatischen Folgen vieler "Ehemaliger" legen davon ein trauriges Zeugnis ab.

Jetzt ausgewertete Dokumente dokumentieren auch eine massive Einflussnahme und Instrumentalisierung der Jugendhilfe durch den Staatssicherheitsdienst der DDR, u. a. zur "Zersetzung" von Oppositionellen.

Durch die Einbeziehung von Experten aus Österreich und der Schweiz ist es gelungen, den Blickwinkel der Untersuchung auch auf die Staaten Ostmitteleuropas zu erweitern.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter den nebenstehenden Links.