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26.06.2013

Ostbeauftragter Dr. Christoph Bergner beim Fraunhofer Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und –verarbeitung

Wichtiger Schrittmacher für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Mitteldeutschland.

Der Ostbeauftragte Dr. Christoph Bergner informierte sich am 19. Juni 2013 in Schkopau über die neuesten Forschungen. An dem Gespräch nahmen auch Vertreter verschiedener Unternehmen der Kunststoff-Branche sowie des Polykum e. V. und des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland teil.

Das PAZ ist die größte nicht-industrielle Polymersyntheseeinrichtung in Europa und ein gewichtiger Akteur innerhalb der Kunststoffbranche in Mitteldeutschland. Dort wurden bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte für namenhafte industrielle Kunden im In- und Ausland realisiert.

Forschungsgegenstand im Fraunhofer Pilotanlagenzentrum sind Synthese und Verarbeitung von Polymeren, insbesondere die Übertragung von neuen Verfahren in den Pilotmaßstab. Dies ist ein entscheidender Schritt bei der Kommerzialisierung neuer Produkte und Verfahren. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Herstellung von Mustermengen: Dazu wird von im Labormaßstab entwickelten neuen Polymeren auf den Anlagen des PAZ eine so große Menge (bis zu mehreren hundert Kilo) hergestellt, dass die Kunden sie in der Verarbeitung testen können. Für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in kommerzielle Produkte und Dienstleistungen ist dies ein wichtiger Beitrag, insbesondere im Hinblick auf die kleinteilige Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland. Die Kooperation der unterschiedlichsten Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette kann dazu dienen, die aus dieser Kleinteiligkeit resultierenden Nachteile zu kompensieren. In dem Gespräch wurde auch deutlich, dass die Netzwerkaktivitäten des Polykum e.V. und des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland von großer Bedeutung sind, weil sie durch ihre Netzwerkaktivitäten die Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen (Polymerverarbeiter, Anlagenbauer und Zulieferer) untereinander in Kontakt bringen.
"Das Fraunhofer PAZ ist eine Erfolgsgeschichte. Es wirkt mit seinen anwendungsbezogenen Kompetenzen direkt auf die Weiterentwicklung der Kunststoffbranche in Mitteldeutschland ein", erklärte Bergner. Sie habe viele neue wissenschaftliche Institute an Standorten in den neuen Ländern angesiedelt und dazu beigetragen, Wissenschaftler der ehemaligen DDR mit ihrer Fachkompetenz in Ostdeutschland zu halten. Mittlerweile ist die Branche sogar zu einem Anziehungspunkt geworden.

Die hervorragenden Arbeits- und Forschungsbedingungen am PAZ hatten Peter Putsch, Geschäftsführer der Putsch Kunststoffe GmbH in Nürnberg, dazu veranlasst, nach und nach die gesamte Forschung und Entwicklungsabteilung seines Unternehmens nach Schkopau zu verlagern und mit seiner Familie aus dem Bayrischen Nürnberg nach Merseburg um zu ziehen. Der Ostbeauftragte stellte im Gespräch mit Herrn Putsch fest: "Es freut mich, das das PAZ nicht nur auf regionaler Ebene für die mittelständische Industrie und Wirtschaft ein wichtiger Partner ist, sondern auch bundesweit als attraktiver Partner angenommen wird."

Das Pilotanlagenzentrum ist eine gemeinsame Initiative der beiden Fraunhofer Institute für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Golm und Werkstoffmechanik (IWM) in Halle.