Nachricht
12.08.2010

Das "Gemischte Doppel" in Bremen

Zweiter Aufschlag zum Gemischten Doppel - nach der Station in Halle an der Saale ging es diesmal an die Weser. Die Hansestadt Bremen mit ihrer Partner-Hansestadt Rostock war der Gastgeber für die Veranstaltungsreihe des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, bei der Partnerstädte aus Ost- und Westdeutschland miteinander ins Gespräch kommen.

Zweiter Aufschlag zum Gemischten Doppel - nach der Station in Halle an der Saale ging es diesmal an die Weser. Die Hansestadt Bremen mit ihrer Partner-Hansestadt Rostock war der Gastgeber für die Veranstaltungsreihe des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, bei der Partnerstädte aus Ost- und Westdeutschland miteinander ins Gespräch kommen.

In der Oberen Halle des Alten Rathauses konnte der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen über 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die sich eingefunden hatten, mit den Podianten und dem Bundesinnenminister ins Gespräch zu kommen. In seiner Begrüßungsansprache betonte Böhrnsen: "Die Deutsche Einheit ist nicht zuletzt aus den Städten und Gemeinden heraus gestaltet worden." Er erinnerte zudem an die deutsch-deutsche Städtepartnerschaft Rostock - Bremen, die fast auf Tag genau vor 23 Jahren besiegelt worden war.

In seiner kurzen Einleitung vor der Diskussion brachte Innenminister de Maizière das Ziel der Veranstaltung noch einmal auf den Punkt: "Wir wollen Gegenwart und Zukunft des Einigungsprozesses reflektieren." Dazu saßen auf dem Podium Irmhild Düwel aus Rostock, Geschäftsführerin des Aus- und Fortbildungszentrum Rostock GmbH (AFZ) und Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB Technology AG Bremen. Zu den Diskutanten aus dem wirtschaftlichen Sektor gesellte sich im Laufe der Diskussion noch der Sport dazu: Stefan Beinlich, früherer Profi-Fußballer und nun Manager bei Hansa Rostock, und Marco Bode, der seine gesamte Fußball-Karriere bei Werder Bremen verbracht hat und dort auch nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn noch als "Publikumsliebling" gilt.

Was haben die beiden Hansestädte gemeinsam? Diese Frage prägte den Abend und schnell kam das Gespräch auf die wirtschaftliche Situation in beiden Städten. Beide haben mit den Folgen mehrerer Krisen im Werftbereich zu kämpfen. Der Strukturwandel seit Anfang der 1990er Jahre macht beiden zu schaffen, aber das Gemeinsame ist der Versuch, Antworten auf die Herausforderungen dieser Situation zu finden. Galt bis vor kurzem noch als wichtigstes Ziel, für jeden jugendlichen Schulabgänger eine Ausbildungsstelle zu finden, hat sich dieser Prozeß inzwischen umgekehrt. Durch den demografischen Wandel suchen viele Betriebe inzwischen händeringend Auszubildende und Fachkräfte. Marco Fuchs hob die Wichtigkeit einer fundierten Ausbildung hervor: " Ausbildung ist das Einzige, was zum Erfolg befähigt: Qualifikation - Bildung - Produktivität, das hilft uns, in der offenen Welt zu bestehen." Irmhild Düwel pflichtete dem bei, äußerte aber auch ihre Befürchtung, dass aufgrund des teilweise immer noch bestehenden Lohngefälles zwischen westlichen und östlichen Ländern die Abwanderung Richtung Westen anhalten werde.

Über die Frage, wie sich Ost und West unterschieden haben oder heute noch unterscheiden, kam die Rede schnell auf den Sport. Die Fußballer in der Runde waren sich einig, dass der Leistungsgedanke in den östlichen Bundesländer bis heute stärker ausgeprägt ist, was sich auch im sportlichen Bereich niedergeschlagen habe. "Leider", sagte Marco Bode, "haben nur die Spieler Ost Karriere gemacht und nicht die Fußballvereine." Damit war man beim Unterschied zwischen den Partnerstädten: die unterschiedlichen Spielklassen der Traditionsvereine Hansa und Werder. Alle im Saal einte jedoch der Wunsch, dass dieser Zustand kein dauerhafter werden soll, sondern seitens der Hansa bald wieder eine Angleichung Richtung Werder die ideale Angleichung der Lebensverhältnisse wäre.
Wie viel aber bereits erreicht ist in innerdeutschen Zusammenleben, in der Einigkeit des Landes, brachte Marco Fuchs auf den Punkt: "Es ist faszinierend, dass das alles schon zwanzig Jahre her!" Für die Zukunft äußerte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Hoffnung, dass "wir Diskussionen über Ost und West, die Angleichung von Lebensverhältnissen nicht mehr führen, sondern nach vorne schauen. Wichtig ist die Erinnerung an diese Diskussion, aber sie sollte jetzt auch zu Ende sein."