Nachricht
02.06.2010

Auftakt zum "Gemischten Doppel"

Ein wenig bekanntes Kapitel der innerdeutschen Beziehungen, die Städtepartnerschaften zwischen ost- und westdeutschen Kommunen, rückt im 20. Jahr der Deutschen Einheit wieder ins Blickfeld. Bereits vor dem Mauerfall hatten deutsch-deutsche Städtepartnerschaften eine Brücke über den Eisernen Vorhang geschlagen.

Nach der Friedlichen Revolution gab es geradezu einen Boom neuer Partnerschaften, nicht zuletzt um bei der Neuorganisation der kommunalen Selbstverwaltung in ostdeutschen Städten und Gemeinden unterstützend zur Seite zu stehen. Viele der Kontakte bestehen bis heute und einer stand am Abend des 1. Juni im Mittelpunkt: der Kontakt zwischen Halle an der Saale und Karlsruhe. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, gab in Halle den Startschuss für eine bundesweite Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Das gemischte Doppel - Ost und West im Dialog".

Ein wenig bekanntes Kapitel der innerdeutschen Beziehungen, die Städtepartnerschaften zwischen ost- und westdeutschen Kommunen, rückt im 20. Jahr der Deutschen Einheit wieder ins Blickfeld. Bereits vor dem Mauerfall hatten deutsch-deutsche Städtepartnerschaften eine Brücke über den Eisernen Vorhang geschlagen. Nach der Friedlichen Revolution gab es geradezu einen Boom neuer Partnerschaften, nicht zuletzt um bei der Neuorganisation der kommunalen Selbstverwaltung in ostdeutschen Städten und Gemeinden unterstützend zur Seite zu stehen.

Viele der Kontakte bestehen bis heute und einer stand am Abend des 1. Juni im Mittelpunkt: der Kontakt zwischen Halle an der Saale und Karlsruhe. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, gab in Halle den Startschuss für eine bundesweite Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Das gemischte Doppel - Ost und West im Dialog". Bis in den Herbst 2010 hinein wird Bundesminister de Maizière in loser Folge mit Bürgerinnen und Bürgern aus vier Ost-West-Städtepaaren das Gespräch suchen, um mit ihnen die Entwicklungen seit 1990 zu bilanzieren und vor allem aber Perspektiven und Chancen für die Zukunft aufzuzeigen.

Der Abend der Partner Karlsruhe und Halle/Saale stand ganz im Zeichen ihrer Bedeutung als Universitätsstadt und Wissenschaftsstandort. Beide Städte haben die letzten 20 Jahre dazu genutzt, um beispielhafte und enge Zusammenarbeit und damit einen erfolgreichen Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft zu etablieren. Darüber diskutieren im gut gefüllten Festsaal des Löwengebäudes der Martin-Luther-Universität Halle zwei junge Gründer, Katja Heppe (Halle, Inhaberin von „Heppe Medical Chitosan“) und Tim Lagerpusch (Karlsruhe, Leiter des „Center for Innovation and Entrepreneurship“ am Karlsruher Institut für Technologie) sowie zwei erfahrene Praktiker des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Prof. Dr. Knut Kotschatzky (Karlsruhe, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung) und Prof. Dr. Wolfgang Lukas (Halle, Geschäftsführer des Technologie-und Gründerzentrums Halle) zusammen mit Bundesinnenminister de Maizière.

Besonders die jungen Gründer konnten berichten, wie sie in ihrem jeweiligen Umfeld die ersten Schritte bewältigt haben und welche Unterstützung sie dabei erhalten haben. Katja Heppe verdeutlichte, was es heißt, selbständig zu sein: "In dem Wort steckt 'selbst' und 'ständig', also selbst hochgradig eingebunden und ständig gefordert."
Tim Lagerpusch betonte die Wichtigkeit, aber auch die Ambivalenz der Förderung von Unternehmensgründungen: "Förderung ist ein tolles und gleichzeitig auch gefährliches Thema. Toll, weil sich Existenzgründer vor allem auf die Entwicklung ihrer Idee konzentrieren können; gefährlich, weil sie vielleicht zu lange von der Realität des Marktes abgeschirmt sind." Innenminister de Maizière fügte hinzu: "Ein Zuviel an Förderung führt zu Abhängigkeit, dahingegen führt Selbständigkeit zu Selbstbewusstsein!" Auch Professor Lukas wies darauf hin, dass Förderung nicht alles sei. Den Gründerzentren in Ostdeutschland fehle die Nähe zu finanzkräftigen Förderern: "Exzellenz braucht Konzerne", betonte der "Gründungsvater" des Technologie-und Gründerzentrums Halle.

Zum Schluss der Diskussionsrunde resümierte Bundesminister de Maizière: "Die Haltung, aus weniger mehr oder zumindest das Gleiche herauszuholen - ein Umstand, der viele Gründer auszeichnet - ist wichtig und hilft uns, bei dem was uns im Zuge der Haushaltskonsolidierung bevorsteht."

Das Publikum honorierte die intensive Debatte mit anhaltendem Applaus und nutzte im Anschluss an das Podium die Möglichkeit, mit dem Minister und den anderen Diskutanten ins Gespräch zu kommen.

Die Reihe wird am 11. August 2010 in Bremen fortgesetzt. Dort wird zusammen mit Gästen aus der Partnerstadt Rostock das Thema "Zwischen Werft und Wissenschaft: Zwei Hansestädte meistern den Wandel" diskutiert.