Interview
11.01.2011

"Wir möchten das Image unserer Branche verbessern"

Interview mit Ute Brinkmeyer, Koordinatorin des Marketingpool Ernährungswirtschaft e.V. und Gewinnerin des Wettbewerbs "Fachkräfteinitiative in ostdeutschen Zukunftsfeldern"

Frau Brinkmeyer, warum muss in Ihrer Branche etwas getan werden, um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen?

Der Wettbewerb um Fachkräfte wird sich in den nächsten Jahren branchenübergreifend weiter zuspitzen. Somit muss sich die Ernährungswirtschaft in einem harten Konkurrenzkampf um qualifizierte Nachwuchskräfte mit attraktiven Wirtschaftsbereichen sehen. Die Ernährungswirtschaft ist in Sachsen-Anhalt durch viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) geprägt. Sie haben bereits jetzt schon  Schwierigkeiten, alle Ausbildungsplätze zu besetzen und Mitarbeiter zu halten. Für diese Unternehmen ist es meist schwieriger, finanzielle und personelle Ressourcen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung sowie für die langfristige Personalpolitik aufzubringen. Unser Ziel ist es daher, die öffentliche Wahrnehmung unserer Branche zu verbessern und Ausbildungsberufe bekannter zu machen. Damit möchten wir erreichen, dass die Zahl passfähiger Bewerber deutlich erhöht wird.

Sie haben im Rahmen des Ideenwettbewerbs einen Preis für Ihr Projekt gewonnen. Was beinhaltet das Projekt?

Mit unserem Projekt möchten wir das Berufemarketing für Berufe für Unternehmen in der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt neu ausrichten. Dabei gilt es, die Vielfältigkeit der Branche bekannt zu machen und die Unternehmen bei einer besseren Außendarstellung zu unterstützen. Konkret wollen wir eine eigene Ausbildungswebsite für Jugendliche erstellen. Außerdem planen wir einen dualen Studiengang für die Ernährungswirtschaft, der die Schwerpunkte Lebensmitteltechnologie und Ernährungswissenschaften beinhaltet. Geplant ist auch der Aufbau einer so genannten Toolbox, die den Unternehmen die notwendigen Instrumente zur Verfügung stellen soll.

Was würden Sie jungen Menschen in Ostdeutschland mit auf den Weg geben?

Ich persönlich komme als Ernährungswissenschaftlerin aus der Branche und finde die Arbeit mit Lebensmitteln sehr spannend. Es lohnt sich, sich die Berufe in unserer Branche einmal genauer anzusehen. Die Arbeit in der Ernährungswirtschaft bietet zahlreiche Möglichkeiten und gute Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig können wir mit starken Unternehmen in diesem Bereich unsere Region stärken - davon profitieren wir alle.

(Die Fragen stellte Agnes Maria Breitkopf)