Wirtschaftliche Entwicklung

Mit der Privatisierung der rund 8.000 Staatsbetriebe in der Anfangsphase und insbesondere der Gründung zahlreicher neuer Unternehmen in den vergangenen Jahren ist eine leistungsfähige private Wirtschaft in den neuen Ländern entstanden.

Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung seit der Wiedervereinigung

Die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung waren aufgrund umfassender Nachhol- und Sanierungsinvestitionen vor allem im Bereich der Erneuerung der Infrastruktur und des Wohnungsbestandes durch hohe Wachstumsraten der Gesamtwirtschaft gekennzeichnet. Nach Erfüllung dieses unmittelbaren Sanierungsbedarfs ging es ab Mitte der 1990er Jahre darum, durch Förderung der Industrie und der wirtschaftsnahen Dienstleistungen eine eigenständige und wettbewerbsstarke wirtschaftliche Grundlage zu entwickeln. Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt je Einwohner belief sich im Vergleich zum Durchschnittswert von Westdeutschland damals auf rd. 40 Prozent, bis 2012 hat sich der Wert auf gut 71 % erhöht. Die Produktivität, die 1991 zwischen 25 % und 30 % lag, konnte bis zum Jahr 2012 auf rd. 79 % des westdeutschen Niveaus gesteigert werden. Die ostdeutsche Wirtschaft ist heute auch international gut eingebunden. Die Exportquote lag im Jahr 2012 bei 34 %.

Umstrukturierung der Wirtschaft zu mittelständisch geprägter Struktur

Die Wirtschaftsstruktur hat sich in seit der Wiedervereinigung stark gewandelt. Die Reindustrialisierung erfolgte mit im internationalen Vergleich hohen Wachstumsraten. Heute verfügen die neuen Länder wieder über ein mittelständisch geprägtes, international wettbewerbsfähiges verarbeitendes Gewerbe. Der ostdeutsche private Dienstleistungssektor hat seit 1995 kontinuierlich Beschäftigung aufgebaut und somit erheblich dazu beigetragen, die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.

Aus der Umstrukturierung der genossenschaftlichen und staatlich bewirtschafteten landwirtschaftlichen Großbetriebe der DDR entstanden etwa 24.400 landwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Rechtsformen, Betriebsgrößen und Besitzverhältnisse. Diese bewirtschaften  rd. 5,5 Mio. ha landwirtschaftliche Fläche, beschäftigen rund 148.000 Menschen und bilden heute gemeinsam mit der Ernährungswirtschaft eine wichtige Säule der ostdeutschen Wirtschaft.

Förderung von Investitionen und Innovationen

Die Investitions- und Innovationsförderung hat maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Ländern beigetragen. Bis heute konnte der private und öffentliche Kapitalstock, in Ostdeutschland pro Kopf gerechnet 76 % des westdeutschen Niveaus erreichen. Je Erwerbstätigem in Ostdeutschland sind es heute bereits rd. 85 % des westdeutschen Niveaus.

Zukünftige Herausforderungen

Trotz der guten  wirtschaftlichen Erneuerung gibt es noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Sie bestehen für die ostdeutschen Unternehmen insbesondere darin, weiter zu wachsen und so ihre Kleinteiligkeit zu überwinden, die Vernetzung untereinander und mit der Wissenschaft auszubauen, ihre Innovationskraft zu stärken, langfristig die benötigten Fachkräfte zu binden und sich noch stärker überregionalen Märkten zuzuwenden.

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