Jugend im Blick – Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen

Während mit dem Thema des demografischen Wandels in erster Linie die Sicherung der Lebensqualität der älteren Generationen in den Blick gerät, sind es gerade in ländlichen Regionen Kinder und Jugendliche, welche die Auswirkungen zuerst zu spüren bekommen, bspw. über die Schließung von Schulstandorten oder Streichung von  Freizeitangeboten. Gerade Regionen im ländlich stark geprägten Ostdeutschland sind von den Folgen (Strukturschwäche, Abwanderung, Alterung) besonders betroffen, wenngleich inzwischen auch viele westdeutsche Landkreise vor ähnlichen Entwicklungen stehen. Vor diesem Hintergrund entstand das Vorhaben, die Bedürfnisse  junger Menschen in ländlichen Räumen differenziert zu untersuchen, um mögliche Haltefaktoren zu identifizieren.

Mit dem von der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder geförderten Projekt „Jugend im Blick - Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen“ (Projektnehmer: Deutsches Jugendinstitut, Halle; Laufzeit: 15.03.2013 – 29.02.2016) sollten Rückschlüsse insbesondere für zukünftige Handlungsstrategien im Kontext der Demografiestrategie der Bundesregierung entwickelt werden. Durch wissenschaftliche Untersuchungen sowie durch den Dialog mit Jugendlichen und jugendpolitischen Akteuren wurden Erkenntnisse für jugendpolitische Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene (mit Schwerpunkt in Ostdeutschland) gewonnen.

Die Umsetzung des Projekts erfolgte mit Hilfe von verschiedenen Analysestrategien in insgesamt acht ausgewählten Landkreisen aus fünf ostdeutschen und drei westdeutschen Ländern (Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen ). Insgesamt wurden vier Workshops an verschiedenen Standorten sowie eine Abschlusstagung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin durchgeführt.

Der im Frühjahr 2016 veröffentlichte Abschlussbericht enthält Handlungsempfehlungen zu drei zentralen Handlungsfeldern:

  • Freizeitgestaltung
  • Jugendliche Belange und Jugendpartizipation
  • Schule und berufliche Perspektiven.


Daneben kristallisierten sich verschiedene Querschnittsthemen heraus, welche in jedem Handlungsfeld von Relevanz waren. Dies betrifft insbesondere den Aspekt der Mobilität (Erreichbarkeit von Orten und Einrichtungen), sowie der persönlichen mobilen Erreichbarkeit (mobiler Internetzugang, Breitbandversorgung).

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sollen die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage zur Sicherung der Chancengerechtigkeit in ländlichen Räumen dienen und mit der Strategie der „eigenständigen Jugendpolitik“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verknüpft werden.