Demografischer Effekt auf die Wirtschaftskraft

Wirtschaftskraft und Erwerbsfähigenquote

Demografische und wirtschaftliche Entwicklungen stehen in vielfältigen Beziehungen zueinander. Unter dem Aspekt der Entwicklung der Wirtschaftskraft ist bei der demografischen Entwicklung die Entwicklung der Erwerbsfähigenquote von besonderem Interesse. In Ostdeutschland ist die demografische Entwicklung insbesondere durch ein steigendes Durchschnittsalter geprägt. Wenn damit auch der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung, an der Gesamtbevölkerung (Erwerbsfähigenquote) sinkt, kann die Entwicklung der Wirtschaftskraft negativ betroffen werden. Diese negative Wirkung kann allerdings durch geeignete Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und der Wirtschaftsförderung ausgeglichen werden.

Die vorliegende Studie zum Thema „Demografie und zukünftige EU-Strukturfondsförderung“ kommt zu dem Schluss, dass sich ein demografisch bedingter Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung (Erwerbsfähigenquote) nachteilig auf das regionale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auswirken kann aber nicht muss. Denn die Effekte einer sinkenden Erwerbsfähigenquote können durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik, z.B. durch Aktivierung bisher nicht Beschäftigter, und durch Maßnahmen der Wirtschaftsförderung, z.B. durch Erhöhung der Produktivität, ausgeglichen werden. Umso wichtiger ist es, die Förderpolitik für Ostdeutschland weiter fortzusetzen. Dies gilt insbesondere auch für die EU-Strukturförderung, die einen wichtigen Teil der Wirtschaftsförderung für Ostdeutschland bildet.

Demografische Entwicklung Ostdeutschlands im europäischen Kontext

Die Studie betrachtet darüber hinaus die demografische Entwicklung Ostdeutschlands im europäischen Kontext. Kaum ein anderes Gebiet in Europa ist einem ähnlichen demografischen Druck durch eine abnehmende erwerbsfähige Bevölkerung ausgesetzt. Damit  den Gefahren eines regionalen Auseinanderdriftens in der Europäischen Union aufgrund unterschiedlicher demografischer Entwicklungen entgegengewirkt werden kann, spricht sich die Studie des Europäischen Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZEW) dafür aus, bei der Ausgestaltung der Kohäsionspolitik der EU in Zukunft auch quantifizierbare demografische Faktoren und deren Wirkungen auf das regionale Pro-Kopf-Einkommen stärker zu berücksichtigen.