Familie in der Hochschule

Die Vereinbarkeit von Studium und Familie hängt maßgeblich von der Familienfreundlichkeit an Hochschulen ab. Um diese zu verbessern haben im Programm „Familie in der Hochschule“ zwölf ausgewählte Hochschulen in einem Best Practice Club zahlreiche Werkzeuge in Form von Handlungsanleitungen, Checklisten und Erfahrungsberichten entwickelt.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird sich der Wettbewerb um hoch qualifiziertes Personal gerade in Ostdeutschland spürbar verschärfen. Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Regionen wird sich daher auch daran entscheiden, ob sie Fachkräften und ihren Familien attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen bieten können. Hochschulen können hier einen wesentlichen Beitrag leisten und eine Zugkraft für die Regionen entwickeln, da sie nicht nur Ausbildungsstätte, sondern auch zentraler Ort in der Lebensplanung für gut qualifizierte Menschen sind.

Sie können für hochqualifizierte Menschen und potenzielle Eltern günstige Voraussetzungen schaffen, in dieser Lebensphase eine Familie gründen zu können. Studierende und junge Akademikerinnen und Akademiker finden bislang jedoch bei der Familiengründung noch zu wenig Unterstützung im Umfeld ihrer Hochschule. Da Hochschulen wesentlich zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Deutschland beitragen ist die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der neuen Bundesländer eng mit dem Hochschulstandort Ostdeutschland verknüpft. Dies auch deshalb, weil hier die demografische Entwicklung schneller und auch dramatischer als im westlichen Bundesgebiet verläuft. Insbesondere hochqualifizierte Arbeitskräfte werden daher knapp.


Der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer hat deshalb gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung und dem CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung GmbH von 2010 bis 2012 das Programm „Familie in der Hochschule“ durchgeführt und finanziell unterstützt.

Mit dem Programm "Familie in der Hochschule" wurden daher folgende Ziele verfolgt:

  • Vorantreiben des gesellschaftspolitischen Wandels hin zur familienfreundlichen Hochschule;
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen vor allem in Ostdeutschland durch familienfreundliche Konzepte und Förderung der regionalen Entwicklung durch spezifische Standortvorteile und Vernetzung sowie
  • Sicherung des Fachkräftebedarfs durch attraktive und hilfreiche Rahmenbedingungen.


Von 2010 - 2012 haben zwölf ausgewählte Hochschulen in einem Best Practice Club anwendungsgerechte Ansätze und Methoden entwickelt, mit denen sie ihren Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern praxisorientierte Hilfestellungen für fast alle Familienlagen bieten können: Servicestellen und Leitfäden als Hilfe zur Planung bedarfsgerechter Kinderbetreuung, der Organisation eines Auslandsstudiums mit Kind oder ermöglichen die Pflege von Angehörigen durch zeitlich flexible Sonderstudienpläne.

Diese Hilfestellungen wurden zu Werkzeugen und Handreichungen aufbereitet, die künftig auch für andere Hochschulen zur Verfügung stehen. Auf der Abschlusstagung Ende 2012 haben die zwölf Hochschulen die Ergebnisse ihrer Arbeit in Potsdam präsentiert.