Erinnerungskultur der Zivilgesellschaft

Bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage

Wie sahen bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage in der DDR aus? Beides fand gegen die oder unabhängig von den staatlich normierten und kontrollierten gesellschaftlichen Aktivitäten statt. An welchen Orten haben sich Bürger auf welche Weise engagiert und in welchen sozialen Räumen geschah das?

Zivilcourage und das persönliche Engagement kritischer Bürgerinnen und Bürger bildeten in Ostdeutschland ein wichtiges politisches Fundament für die friedliche Revolution im Herbst 1989. Die Traditionen dieser politischen Kultur können heute wichtige Impulse für die Stärkung und Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft in Ostdeutschland liefern.

Nach dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 hatten sich in der DDR vor allem in den 1970er und 1980er Jahren vielfältige Formen von Zivilcourage und Engagement jenseits des staatlich reglementierten und kontrollierten Raumes entwickelt. Das Spektrum reichte von bürgerschaftlichem Engagement in der Friedens- und Umweltbewegung - meist unter dem Dach der Kirchen -, dem Einsatz für Menschen mit Behinderungen, Aktionen für den Erhalt historisch wertvoller Innenstädte bis zum politischen Engagement kritischer Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld des Herbstes 1989.

Die dabei entwickelte politische Kultur und Solidarität, beeinflusst und gestärkt durch vergleichbare Bewegungen in anderen ost- und mitteleuropäischen Ländern, trugen wesentlich zum Erfolg der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 bei. 

Verbindungslinien zur heutigen Zivilgesellschaft

Manche dieser Aktivitäten sind bekannt, viele jedoch nicht. Einige wurden nach 1989 weiter geführt, andere beendet oder gerieten in Vergessenheit.. Diese wenig bekannten oder vergessenen Aktivitäten  wieder sichtbar zu machen und nach Verbindungslinien zur heutigen Zivilgesellschaft zu befragen, war das Ziel des Forschungsprojektes "Erinnerungskultur und Zivilgesellschaft in Ostdeutschland".

Die Ergebnisse sollen für die Wissenschaft, aber ebenso für die Kommunen und Regionen Anregungen liefern, das  zivilgesellschaftliche Engagement auf regionaler Ebene zu erforschen. Hierzu wurde ein Leitfaden entwickelt der beispielhaft Fallstudien und Zeitzeugenberichte für regional- und ortgeschichtliche Untersuchungen enthält. 

Leitfaden für lokale Geschichtsprojekte

Der vom Projektträger „SoPro & Partner“ erstellte Leitfaden „Engagiert in Ostdeutschland“ richtet sich an alle geschichtlich und/oder zivilgesellschaftlich interessierten Menschen, Erwachsene und Jugendliche. Die hier vorgestellten Methoden und Handlungsansätze können in kleinen wie auch größeren Projekten oder Maßnahmen eingesetzt werden und auch einfach individuell für sich.

Weiterführende Informationen