25 Jahre Jubiläum Freiheit und Einheit

Im Herbst und Winter 1989/90 stürzten die mutigen Bürgerinnen und Bürger in der DDR mit ihrer Friedlichen Revolution die Alleinherrschaft der SED und ebneten den Weg zur Wiederherstellung der Deutschen Einheit. Dies liegt nun etwa 25 Jahre zurück. Die Jubiläen 2014/2015 rufen uns die Bilder von den Leipziger Montagsdemonstrationen, vom Fall der Berliner Mauer und von der Öffnung der innerdeutschen Grenze ins Gedächtnis zurück.

Die Jubiläen bieten eine hervorragende Gelegenheit, die ostdeutsche Geschichte als Teil der deutschen und der europäischen Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu begreifen. D. h. auch ihre Wirkung auf unsere Gegenwart zu würdigen und diese Erkenntnisse für die Gestaltung unserer Zukunft zu nutzen.

Die Jahre 1989 und 1990 bilden in der deutschen Geschichte Höhepunkte im Ringen um Freiheit, Demokratie und Einheit. Daran wird mit dem Bau der Freiheits- und Einheitsdenkmäler in Berlin und Leipzig sowie mit Veranstaltungen an den zahllosen authentischen Orten der Friedlichen Revolution erinnert werden. 

Summe der Alltagstaten nicht vergessen

Solche "Sternstunden der Geschichte" basieren auf langfristigen, im Alltag der Menschen wurzelnden Erlebnisse und Erfahrungen. Es ist die Summe der scheinbar kleinen Taten, die die Diktatur zum Einsturz gebracht hat. Die Erinnerung daran und die Beschäftigung mit der jüngeren Geschichte vor Ort tragen zur Selbstvergewisserung eigener Traditionen bei und sind ein wichtiger Teil bürgerschaftlichen Selbstbewusstseins. 

Es gibt keine Alternative zur Demokratie!

Die Erfahrungen der Menschen in Ostdeutschland mit der Diktatur in der DDR vor 1989 unterstreichen, dass es zur Demokratie keine menschenwürdige und zukunftsfähige Alternative gibt. Wie die Deutschen in Ost und West ihre unterschiedlichen Erfahrungen gemeinsam nutzen können, um heute die Funktionsfähigkeit, die Akzeptanz und die Bereitschaft zur Stärkung unserer Demokratie zu verbessern, ist eine spannende Frage, die durch das Erinnern an die Ereignisse im Herbst und Winter 1989/90 besonders angeregt wird.